Flurkreuze und Bildstöcke in Hauenstein
Einführung und Geschichte der Hauensteiner Flurkreuze finden Sie HIER
Dieses Manuskript hat Herr Otto Ritter im Jahr 2025 und 2026 erarbeitet und der Pfarrei Hauenstein unentgeltlich zur Verfügung gestellt.
Herzlichen Dank dafür.
01 Pirminiusstraße
Das Monument besteht aus einem Kreuz auf einem Postament, beide aus Sandstein gefertigt.
Es erreicht eine Gesamthöhe von 275 cm. Arme und Kopfende des Kreuzes laufen in
angedeuteten ‚Kleeblättern‘ aus. Das Aussehen des Postaments wird geprägt durch einen
bauchig geschwungenen Mittelteil, Basis und Gesims sind profiliert. Der Christuskorpus ist aus
Metall gegossen.
An der Schauseite des Postaments befindet sich eine Inschrift, die von der Straße aus nur schwer
zu lesen ist. Sie lautet:
Wer mir nachfolgen
will der nim(m) sei(n) Kr(euz) auf
sich und folge mir nach.
Die Inschrift ist ohne rahmendes Feld in drei Zeilen auf dem Postament angebracht. Sie ist in
einer gebrochenen Schrift abgefasst, deren Buchstaben sorgfältig und regelmäßig in den Stein
gehauen wurden. Abkürzungen werden gewissenhaft durch einen Punkt markiert (nim. sei. Kr.).
Wer das Denkmal stiftete, ist nicht bekannt. Auch wann es errichtet wurde, ist unbekannt.
August Seibel schätzte bei seiner Katalogisierung der Hauensteiner Flurkreuze im Jahr 1968
das Alter des Monuments auf „80-100 Jahre“,62 was einer Entstehung etwa zwischen 1870 und
1890 entspricht. Eugen Klein schloss sich seinem Vorgänger grundsätzlich an, vermutete die
Entstehung aber eher in der Mitte des 19. Jh. Einen Anhaltspunkt zur ungefähren zeitlichen
Eingrenzung seiner Entstehung kann das Postament des Kreuzes liefern. Typologisch ähnliche
Postamente finden sich auch bei den Kreuzen an der Kapelle (Nr. 03) und im Kapellenweg (Nr.
04) sowie beim Bildstock in der Landauer Straße (Nr. 16). Die beiden ersten können auf das
Jahr genau datiert werden, sie stammen von 1820 (Kapelle) bzw. 1776 (Kapellenweg). Da
Postamente dieses Typs bereits ab der Mitte des 19. Jh. in Hauenstein nicht mehr auftreten –
das Kreuz in der Landauer Straße (Nr. 04) von 1846 weist ein ganz andersartiges Postament
auf – liegt die Vermutung nahe, das Kreuz in der Pirminiusstraße sei vor der Mitte des 19. Jh.
entstanden. Die Paläographie seiner Inschrift, also die Untersuchung der verwendeten
Schriftart, deutet in das späte 18. Jh.
Das Kreuz, das heute auf dem Postament steht, ist nicht das originale. Alt und verwittert stürzte
dieses 1967 um und zerbrach. Daraufhin ließ die Ortsgemeinde Hauenstein ein neues Kreuz
herstellen, das im Folgejahr aufgestellt wurde.
Wie viele andere Hauensteiner Flurdenkmäler hat auch dieses Kreuz eine im Wortsinne
bewegte Geschichte. Eugen Klein berichtet dazu: „Ursprünglich stand das Kreuz auf
gemeindeeigenem Gelände in der Bahnhofstraße, wo die Prälat-Sommer-Straße abzweigt.
Nach dem Erwerb des Baugeländes durch die Eheleute Nikolaus und Elisabeth Mayer und
deren Wohnhausbau in den Jahren 1916/17 wurde das Kreuz abgebaut und auf einer Freifläche,
wo jetzt die Michaelstraße in die Pirminiusstraße mündet, neu errichtet. Beim Ausbau dieser
Straßen stand es erneut im Wege. Daraufhin erhielt es am jetzigen Standort, am Berghang,
seinen neuen Platz.“
02 Bahnhofstraße
Das Kreuz in der Bahnhofstraße ist mit einer Höhe von 400 cm das höchste Flurkreuz in der
Gemeinde und zeigt einige Eigenheiten, die es von der Mehrheit der übrigen Hauensteiner
Flurkreuze deutlich absetzen. So besteht es nicht aus dem heimischen roten Sandstein, sondern
ist aus einem hellen Sandstein, wie er für die Steinbrüche der Haardt in der Vorderpfalz typisch
ist. Ebenso zeigt es nicht den sonst typischen Aufbau aus Kreuz und Postament, die als
Einzelelemente klar zu unterscheiden sind. Bei diesem Denkmal übernimmt der monumental
ausgestaltete Fuß des Kreuzes selbst die Funktion einer Basis. Der lebensgroße Christuskorpus,
der 170 cm Höhe misst, besteht aus dem gleichen hellen Snadstein wie das Kreuz. Im Jahr 1988
wurde das Monument durch den Steinmetz und Bildhauer Wendelin Guster aus Clausen im
Auftrag der Ortsgemeinde restauriert.
Der Fuß trägt zwei Inschriften. Die erste schmückt die Schauseite des Denkmals. Sie ist ohne
rahmendes Feld oder andere Zierelemente direkt auf dem Stein angebracht und in einer für das
frühe 20. Jh. typischen Antiqua mit geschwungener Formgebung geschrieben. Die Inschrift
befindet sich in einem sehr guten Zustand und ist ohne Schwierigkeiten zu lesen:
Ich bin die
Auferstehung
und das Leben
Joh(annes) 11.25.
Die Angabe der Bibelstelle ist in einer kleineren Variante der Type des Haupttextes gesetzt.
Die mittlere Zeile des Haupttextes wird vollständig durch das Wort Auferstehung ausgefüllt,
was zu einer gewissen Betonung dieses zentralen christlichen Glaubensinhalts führt.
Eine zweite Inschrift befindet sich auf der linken, das heißt dem Dorf zugewandten Seite des
Fußes. Aufgrund der Vegetation, die das Monument an den Seiten und in seinem Rücken
umgibt, ist sie nur unter Schwierigkeiten zugänglich. Diese Inschrift nennt die Namen der
Stifter und verweist auf das Jahr der Errichtung des Kreuzes:
Errichtet von den
Eheleuten
August u(nd) Katharina
Seibel
1913
Diese zweite Inschrift ist in einer ähnlichen, aber etwas nüchterneren Type als die Inschrift der
Schauseite gehalten und kommt ebenfalls ohne rahmendes Inschriftenfeld oder andere
Zierelemente aus. Auch sie befindet sich in einem sehr guten Erhaltungszustand.
Zur Geschichte dieses imposanten Kreuzes, das in Hauenstein als ‚Langkehler(s)kreuz‘ bekannt
ist, konnte Eugen Klein das Folgende recherchieren: „Der aus Hauenstein stammende Müller
Johann Georg Seibel bewirtschaftete mit seiner Familie von 1867 bis 1894 die Langkehler
Mühle, welche zur Lemberger Annexe Langmühl gehörte. Als der Sohn August und seine
Ehefrau Katharina Seibel nach ihrer Heirat wieder in Hauenstein ansässig wurden, waren sie
hier stets mit dem Namen ‚die Langkehler‘ bekannt, weshalb das von ihnen gestiftete Kreuz‚Langkehlers Kreuz‘ genannt wurde. Dieses stand zuerst etwa 100 Meter vom jetzigen Standort
entfernt weiter dorfeinwärts. Infolge der baulichen Erweiterung des Ortsgebietes mußte das
Kreuz etwa 1936 an die jetzige Stelle versetzt werden.
Die Eheleute August und Katharina Seibel hatten keine Nachkommen. Der Ehemann starb 1912
im Alter von 56 Jahren. Die Ehefrau starb 1947, sie wurde 88 Jahre alt. Vermutlich haben sie
noch zu Lebzeiten des Ehemannes den Auftrag zur Herstellung des Kreuzes gegeben, welches
dann 1913 errichtet wurde.“ Wohl aus diesem Umstand erklärt sich die Wahl des
Inschriftentextes. Dem Monument kommt folglich auch die Funktion eines Gedenkkreuzes zu.
03 Im Felsen
Das Kreuz befindet sich am nördlichen Ende des Felsendurchbruches, von dem Hauenstein
möglicherweise seinen Namen hat, in Fahrtrichtung Bundesstraße 10 rechts, auf der Seite des
Mischberges. Es handelt sich dabei nicht um ein vollplastisches Kreuz, sondern um ein in den
anstehenden Fels gehauenes Kreuzbild in Halbrelief, dessen Höhe sich auf 245 cm beläuft. Das
Relief zeigt ein Stufenkreuz mit zwei Stufen unter dem Schaft. Kopfende und Arme des
Kreuzes laufen in ‚Kleeblättern‘ aus. Genau in der Mitte der Stufen befindet sich das
Christusmonogramm aus den griechischen Lettern Chi (X) und Rho (P). In der rechten unteren
Ecke ist deutlich die Jahreszahl 1904 zu lesen.
Der Anlass der Stiftung ist nicht bekannt. Vielleicht stand dahinter der Wunsch, dass die
Vorbeikommenden auch an diesem Einfallweg nach Hauenstein (der Ortsteil hinter dem Felsen,
die sogenannte ‚Siedlung‘, bestand damals noch nicht) durch ein Kreuz begrüßt werden sollten,
wie es damals an den beiden anderen Ortseingängen bereits seit langer Zeit der Fall war (siehe
Nr. 04 und 09). Der Stifter war laut August Seibel und Eugen Klein der Hauensteiner Bürger
Andreas Meyer, genannt ‚Äneres‘.
04 Landauer Straße
Das Denkmal entspricht dem typischen Erscheinungsbild der Hauensteiner Flurkreuze und
besteht aus einem Kruzifix auf einem Postament, beide aus heimischem rotem Sandstein
gefertigt. Es erreicht eine Gesamthöhe von 340 cm. Das Postament ist aus einem einzelnen
Sandsteinblock gefertigt und weist formal eine klare symmetrische Zweiteilung auf. Der obere
Teil entspricht in seiner Erscheinung einem Quader, dessen Seiten von der Mitte des
Postaments ausgehend sich nach oben verjüngen. Der untere Teil zeigt das gleiche
Erscheinungsbild, jedoch umgedreht: Seine Seiten verjüngen sich von der Mitte ausgehend
nach unten, wobei die Verjüngung im unteren Teil des Postaments weniger stark ausgeprägt ist
als im oberen. Auch der Christuskorpus besteht aus Sandstein und ist farblich gefasst: Der
Körper hautfarben, Haare und Bart in hellem Braun, der Lendenschurz weiß, Dornenkrone und
Nägel in Gold (in Gold nachgezogen auch der Titulus JNRJ am oberen Ende des Schaftes).
Kruzifix und Standplatte des Postaments wurden 2018 durch den hiesigen Steinmetzmeister
Matthias Bomm restauriert.
Das Postament weist mehrere Inschriftenfelder und Inschriften auf. Im oberen Teil befindet
sich ein Inschriftenfeld von ca. 30 cm Länge und ca. 10 cm Höhe, das in der Art einer
rechteckigen Tafel mit angesetzten, halbkreisförmigen ‚Henkeln‘ (fachsprachlich ansae)
gestaltet ist. Innerhalb dieses Feldes sind noch schwach Reste von Buchstaben zu erkennen, die
jedoch nicht mehr interpretiert werden können. Darunter sind ohne Rahmung die
Großbuchstaben A M M in den Stein gehauen. Diese sind in Antiqua gehalten und zeigen einige
Besonderheiten. Die Querhaste des A ist nach unten gebrochen ausgeführt, die beiden M weisen
unterschiedliche Formen auf: Das erste ist als umgekehrtes Doppel-V ausgeführt, das zweite
zeigt zwei parallele Vertikalhasten, die Mittelhaste ist nicht gebrochen, sondern geschwungen
ausgeführt.
Auf der unteren Hälfte des Postaments befindet sich ein zweites Inschriftenfeld, dessen Gestalt
und Maße dem oberen weitgehend entsprechen. Darin geschrieben stehen die Buchstaben IH
SCHUM, gleichfalls als Großbuchstaben in Antiqua ausgeführt. Vor und nach IH sowie nach
SCHUM steht jeweils ein punktförmiges Trennelement. Das C in SCHUM ist als recht kleiner
Bogenansatz direkt an die linke Horizontalhaste des H angefügt. Unter diesem Inschriftenfeld
findet sich die Jahresangabe 1846, die von den gleichen punktförmigen Elementen eingerahmt
wird, jedoch ohne Umrandung auf dem Stein angebracht ist. Alle epigraphischen Elemente des
Flurkreuzes waren ursprünglich mit schwarzer Farbe nachgezogen, die zu einem Grau verblasst
ist.
Wie August Seibel festgestellt hat, handelt es sich bei den noch lesbaren Buchstaben ohne
Zweifel um die Initialen des Stifterehepaares Anna Maria Morio und Johannes Schumacher,
sodass wir folgenden epigraphischen Befund festhalten dürfen:
[---]
A(nna) M(aria) M(orio)
I(o)h(annes) Schum(acher)
1846
Johannes Schumacher war möglicherweise ein Nachkomme des gleichnamigen, sehr
vermögenden Landwirts, der 1793 vor der Revolution aus Hauenstein geflohen war. Als die
französischen Behörden den umfangreichen Landbesitz des älteren Namensträgers in mehr als
50 Losen versteigerten, erbrachte dieser mit deutlich mehr als 5.500 Livres einen
außergewöhnlich hohen Erlös.63 Auch der jüngere Johannes Schumacher, der in den Akten als
‚Ackerer‘ genannt wird, scheint ein wohlhabender Mann gewesen zu sein: 1837 ersteigerte er
die alte Orgel der Bartholomäuskirche,64 1839 kaufte er die seit 1719 bestehende Hauensteiner
Ziegelhütte und ließ diese vollständig neu aufbauen.65
Das Kreuz, das er gemeinsam mit seiner Frau errichten ließ, gehört zu den ältesten
Flurdenkmälern in Hauenstein und hat in der langen Zeit seines Bestehens vieles durchlebt.
Hören wir zu seiner Geschichte zunächst Eugen Klein: „Das Kreuz stand ursprünglich … etwa
dort, wo jetzt die Speyerstraße in die Landauer Straße mündet. Dort stand bis etwa 1897 auch
die ‚Ziegelhütte‘, die ab 1839 im Besitz von Johannes Schumacher war. Spätere Besitzer waren
[sic] seine Tochter Margarethe verheiratete Bachmann, die den Betrieb ausgangs der 1880er
Jahre ihrem Patenkind Wendelin Meyer übergab. Als dieser am dortigen Platz im Jahre 1889
ein Wohnhaus errichtete, wurde das Kreuz an der Landauer Straße weiter in Richtung
Wilgartswiesen versetzt.“ Dort fand es im Jahr 1968 auch August Seibel bei seiner Erhebung
der Hauensteiner Flurdenkmäler vor und gab den Standort mit „Landauer Straße, oberhalb von
Cafe [sic] Keller“ an.66 Das ehemalige Café Keller ist die heutige ‚Herberge Hauenstein‘. Von
diesem Platz wanderte das Kreuz später, beim Ausbau der Straße nach Wilgartswiesen, wieder
zurück zur Einmündung Speyerstraße/Landauer Straße, wurde nun aber auf der Straßenseite
aufgestellt, die dem ursprünglichen Standort gegenüberliegt. Schließlich wanderte es nach der
Renovierung 2018 ein letztes Mal um wenige Meter weiter in Richtung Schulrech an seinen
jetzigen Platz.
In seiner Geschichte wurde das Kreuz gleich zweimal Ziel von Anschlägen. August Seibel
berichtet, dass um 1885/1886 ein Jäger aus einer Nachbargemeinde mehrere Schüsse auf das
Kreuz abgegeben habe, weshalb es ausgebessert werden musste.67 Im Jahr 1961, als es noch in
der Nähe des damaligen Cafés stand, wurde es von zwei betrunkenen jungen Männern aus einer
Nachbargemeinde mutwillig umgestürzt. Dabei zerbrach es in mehrere Teile. Der Korpus
musste ersetzt werden. Die Schäden dieses Anschlages blieben trotz Reparatur noch lange
sichtbar. Erst mit der umfassenden Restaurierung im Jahr 2018 wurden sie vollständig beseitigt.
05 Katharinenkapelle
Auf den ersten Blick entspricht das Kreuzdenkmal an der Katharinenkapelle dem üblichen
Typus vergleichbarer Monumente in Hauenstein. Es besteht aus einem Kruzifix auf einem
Postament. Alle seine Teile, einschließlich des Christuskorpus, sind aus heimischem Sandstein
hergestellt. Die Gesamthöhe des Monuments beträgt 280 cm. Bei näherer Betrachtung werden
jedoch einige gestalterische Besonderheiten sichtbar, die dieses Kreuz einzigartig unter den
Hauensteiner Flurkreuzen machen.
Das Kreuz selbst besteht aus zwei Teilen: Den oberen Teil bildet das eigentliche Kruzifix, das
vom Titulus INRI (Iesus Nazarenus Rex Iudaeorum – ‚Jesus der Nazarener, König der Juden‘)
und zwei darüber befindlichen Engelsköpfen auf je einem Flügel bekrönt wird. Der Stamm des
Kreuzes und der Korpus des Gekreuzigten wurden kunstvoll aus einem Stück gefertigt. Der
untere Teil des Kreuzes besteht aus einer Art Stele mit geschwungenem Fuß, auf die das Kreuz
aufgestellt ist. Kreuze dieses Typs finden sich in größerer Zahl auf der ‚Hackmesserseite‘
südwestlich von Pirmasens und im angrenzenden Bitscher Land.68
Aus dem unteren Teil des Schaftes sind die Reliefs zweier Personen herausgearbeitet. Die obere
Figur zeigt eine kniende weibliche Gestalt mit langem Haar und ausladenden Gewändern, deren
Hände zum Gebet gefaltet sind. Durch die epigraphische Beischrift St. Magthalena (das
Heiligenkürzel in Antiqua Capitalis, der Name in Fraktur) ist sie als die Heilige Maria
Magdalena als Büßerin zu identifizieren. Die untere Figur zeigt eine männliche Gestalt mit
langem Haar, bekleidet mit Stiefeln, einer Tunika, einem Mantel und einer halbkreisförmigen
Kopfbedeckung, die auf einer angedeuteten Wiese steht. In ihrer Hand hält die Figur einen
Hirtenstab, zu ihren Füßen rechts und links befindet sich je ein liegendes Schaf. Diese
Darstellung ist durch die Beischrift St. Wendelin (auch hier das Heiligenkürzel in Capitalis, der
Name in Fraktur) als der gleichnamige Heilige benannt.
Das Kreuz ruht auf einem Postament mit profilierter Basis und profiliertem Gesims, das einen
bauchig geschwungenen Mittelblock aufweist, wie ihn auch die Kreuze im Kapellenweg (Nr.
06), in der Pirminiusstraße (Nr. 01) und der Bildstock in der Landauer Straße (Nr. 16) zeigen.
Es befindet sich darauf auch ein Inschriftenfeld, dessen Konturen der Form seines Trägers
folgen und dessen obere Begrenzung halbkreisartig nach innen gewölbt ist. Die Inschrift selbst
ist stark verwittert.
Auffallend an diesem Kreuz ist sicherlich sein ungewöhnlicher Standort, vermauert in einem
früheren Eingang zur Kapelle. Dieser Platz ist nicht der Ort seiner ursprünglichen Aufstellung.
In früheren Zeiten stand es frei direkt vor der kleinen Vorhalle des jetzigen Eingangs. Als die
Kapelle im Jahr 1952 renoviert wurde, wurde das Kreuz auf die Seite zum ehemaligen
Karmelitinnenkloster hin versetzt, vor die alte Linde, die Anfang 2024 gefällt werden musste
und von der nur noch der Stamm geblieben ist. Dort stand das Kreuz bis zur Nacht des 9. Juli
1990. Damals wurde das Kreuz von unerkannt gebliebenen Tätern mutwillig umgestürzt. Es
zerbrach in viele Einzelteile und schien unwiederbringlich zerstört. Die Ortsgemeinde
beauftragte den Steinmetzmeister Wendelin Guster aus Clausen, der zuvor schon die Kreuze
im nahegelegenen Kapellenweg (Nr. 06), an der Vogelhege (Nr. 08) und in der Bahnhofstraße
(Nr. 02) restauriert hatte, mit der Wiederherstellung des alten Wegkreuzes. Es gelang Herrn
Guster in Zusammenarbeit mit seinem Vater Sebastian „in zeitraubender Arbeit“, wie Eugen
Klein mitteilt, das Kreuz wieder zusammenzusetzen und durch die Entfernung alter
Farbfassungen den natürlichen Sandstein wieder sichtbar zu machen. Nach mehrjähriger Arbeit
konnte das Denkmal Ende August 1993 wieder aufgestellt werden. Aus Gründen der
Standfestigkeit entschied man sich auf Betreiben des örtlichen Bildhauers und Schnitzkünstlers
Franz Egmont Seibel dafür, das Kreuz in die Verfüllung des ehemaligen Eingangs
einzubeziehen. Die Reste des Sakramentshäuschens aus dem 15. Jh., die bis dahin an dieser
Stelle vermauert waren, fanden im Inneren der Kapelle, rechts neben der Pietà, einen neuen
Platz. Nach der Lichterprozession zum Gelöbnisfest Mariä Herzeleid am 19. September 1993
wurde das wiederhergestellte Kreuz durch den damaligen Ortspfarrer Otto Ernst gesegnet.69
Anders als der Rest des Denkmals befindet sich die Inschrift auf seinem Postament in keinem
guten Zustand. Sie ist in einer gebrochenen Schrift ausgeführt und zeigt so starke
Verwitterungsspuren, dass sie nicht mehr gänzlich zu entziffern ist. Lediglich die beiden letzten
Textzeilen sowie die Jahresangabe unterhalb des Inschriftenfeldes sind gut zu erkennen. Mit
einiger Mühe ist auch die erste Zeile zu entziffern, die zweite und dritte Zeile sind weitgehend
verschwunden. Schon August Seibel fand die Inschrift im Jahr 1968 als „nur noch zum Teil
lesbar“ vor und vermochte nicht viel mehr zu entziffern als „...Schmertzen sein wie mein
Schmertzen ... Jeremian [sic].“70 Mehr Erfolg hatten der bereits erwähnte Franz Seibel und die
Karmelitin Schwester Benedicta aus dem benachbarten Kloster. Ihnen gelang es, die Angabe
der Bibelstelle zu entziffern und so zumindest den Wortlaut der Inschrift wiederherzustellen.
Auf der metallenen Gedenktafel, die an der Wand neben dem Kreuz angebracht ist, wird dieser
wie folgt angegeben: „Euch sag ich allen, die ihr vorübergehet, schauet doch und sehet, ob
irgendein Schmerzen sei wie mein Schmerzen.“ Es handelt sich dabei um die Übersetzung
Martin Luthers der entsprechenden Stelle aus dem Buch des Propheten Jeremia. Diese
Textherstellung entspricht jedoch nur zum Teil dem tatsächlichen epigraphischen Befund.
Dieser lautet wie folgt:
Euch sag ich allen die ir
[vorübergehet schauet doch und]
[sehet ob irgendein] Schmertz[e]
sein wie mein Schmertzen
Jeremiam 1. Capitel 12. Vers
1820
Ein kurzer Abgleich dieser Rekonstruktion mit dem Text auf der Gedenktafel erweist sich als
interessant, denn der auf dem Stein noch erkennbare Text weicht deutlich von der Version auf
der Tafel ab: Letztere gibt den Text in sechs Zeilen mit normalisierter Orthographie,
Zeichensetzung und Grammatik wieder. Auf dem Stein verteilt sich dieser tatsächlich nur auf
fünf Zeilen. Die noch entzifferbare erste Zeile legt nahe, dass in der Inschrift ursprünglich keine
Satzzeichen verwendet wurden. Überdies weist die Textfassung der Inschrift einige sprachliche
und orthographische Archaismen auf. Das Wort ir in Zeile 1, das ganz an den Rand des
Inschriftenfeldes gedrängt ist, wurde – wie schon in mittelhochdeutscher Zeit und noch bei
Luther üblich – ohne h als Dehnungszeichen geschrieben. In Zeile 4 ist deutlich zu erkennen,
dass das Wort Schmerz mit ligiertem tz geschrieben ist, wie es den orthographischen
Gepflogenheiten des Frühneuhochdeutschen entspricht. Bei diesem Wort ist auch eine
grammatische Besonderheit zu beobachten: In Zeile 3 scheint der Nominativ Singular von
Schmerz nicht auf Schmertzen, wie bei Luther, sondern auf Schmertze zu lauten – zumindest
haben sich keine Spuren eines n am Ende der Zeile erhalten. In Zeile 4 erscheint die gleiche
Form dann aber eindeutig als Schmertzen. Alle drei Formen des Nominativ Singular – Schmerz,
Schmerze und Schmerzen – waren im älteren Neuhochdeutsch nebeneinander gebräuchlich.71
Am Beginn der vierten Zeile ist auf dem Stein deutlich sein zu lesen, nicht sei wie auf der Tafel.
Unterhalb des Inschriftenfeldes findet sich die Jahresangabe 1820, aufgeteilt in zwei
Zweiergruppen. Hier verläuft auf der Gedenktafel ein Trennstrich zwischen den beiden
Zahlengruppen. Auf dem Postament ist dieser jedoch nicht vorhanden. Die Jahreszahl wird sich,
wie schon Eugen Klein bemerkte, wahrscheinlich auf das Jahr der Errichtung des Kreuzes
beziehen, nicht auf den Zeitpunkt einer Erneuerung. Die Formensprache des Postaments sowie
der Heiligenfiguren stützen diese Vermutung. Die Aufstellung des Kreuzes dürfte als Dank für
das Ende der Notzeiten zu Beginn des 19. Jh. zu verstehen sein.
06 Kapellenweg
Kreuz und Postament bestehen aus rotem Sandstein, der Christuskorpus aus Metall. Das Kreuz
misst 170 cm Höhe, das Postament 75 cm, was einer Gesamthöhe des Denkmals von 245 cm
entspricht. Der Fuß des Kreuzes trägt auf der Rückseite die Jahreszahl 1876.
Im August 1987 prallte ein führerloser PKW mit dem Heck auf das Monument und beschädigte
den oberen Bereich des Postaments, das Kreuz wurde umgestoßen und zerbrach. Die Gemeinde
betraute den Steinmetzmeister Wendelin Guster aus Clausen mit der Restaurierung.
Das Postament ist aufwendig gegliedert. Seine Basis ist quaderförmig und im oberen Bereich
profiliert. Darauf ruht der bauchig-geschwungene Mittelteil, der in einem profilierten Gesims
ausläuft und von einer Art Abacusplatte abgeschlossen wird, die wiederum im oberen Bereich
ein Profil aufweist. Erst dann folgt die leicht auskragende Mensa, auf der das Kreuz aufsteht.
Das kunstvoll gestaltete Postament war lange Zeit zum großen Teil im Erdreich verborgen.
Noch August Seibel fand es 1968 so vor und empfahl eine Freilegung. Diese erfolgte im Jahr
1980 im Zuge des Ausbaus der vorbeiführenden Straße, als das gesamte Monument angehoben
wurde. Dadurch wurde das Postament wieder sichtbar und folgende Inschrift trat zutage:
Zu
Ehren Jesu Maria
Anna 1776
Die Inschrift ist ohne rahmendes Feld oder sonstige Verzierungen auf dem Stein angebracht
und in einer Antiqua ausgeführt. Ihr Schriftbild zeigt einige auffällige Merkmale: Der Text ist
ohne erkennbare Regel in einer eigentümlichen Mischung aus Groß- und Kleinbuchstaben
(wovon letztere einen leicht ‚kursivierenden‘ Strich aufweisen) geschrieben; bei allen N, die
stets als Großbuchstaben ausgeführt sind, verlaufen die Mittelhasten spiegelverkehrt. In Zeile
3 trennt ein punktförmiges Element die Jahresangabe vom Text. Interessant ist auch, dass der
Name Jesu im (griechischen) Genitiv erscheint, die Namen Marias und Annas jedoch nicht,
Anders als es das Lateinische verlangen würde und es im Sprachgebrauch des späten 18. Jh.
durchaus zu erwarten wäre, finden sich nicht die Genitivformen Mariae bzw. Annae auf dem
Stein.
Ohne Zweifel stehen wir hier vor dem ältesten religiösen Flurdenkmal in Hauenstein,
gleichwohl aber nicht vor dem ältesten Flurkreuz, wie noch Eugen Klein meinte. Denn Kreuz
und Postament bilden keine ursprüngliche Einheit. Die Inschrift ermöglicht folgende
Rekonstruktion der Geschichte des Denkmals: Die Widmung an Jesus, Anna und Maria legt
nahe, dass das Postament anfänglich kein Flurkreuz trug, sondern eine Skulptur der Anna
Selbdritt, eine figürliche Darstellung Annas, der Mutter Mariens, mit ihrer Tochter und dem
Jesuskind. Der Ort der Aufstellung, nur wenige Schritte von der Katharinenkapelle entfernt,
war sicherlich mit Bedacht gewählt, denn trotz ihres Patroziniums ist die Kapelle doch vor
allem ein Ort der Marienverehrung, da sie seit Alters her die Hauensteiner Pietà, ein hölzernes
Bildnis der schmerzensreichen Mutter aus der Mitte des 14. Jh., beherbergt.72 Näheres über das
weitere Schicksal und den Verbleib dieser nurmehr inschriftlich fassbaren Anna Selbdritt lässt
sich nicht sagen. Nach Ausweis der Inschrift auf seinem Fuß wurde im Jahr 1876 das heute
vorhandene Kreuz errichtet. Nicht zufällig wird dies im 100. Jahr nach Aufstellung der
ursprünglichen Skulptur geschehen sein, sodass folgendes Szenario denkbar ist: Nachdem ein
Jahrhundert nach ihrer Aufstellung die Anna Selbdritt verschwunden war – möglicherweise
infolge der Französischen Revolution, die 1793 auch Hauenstein erreicht hatte – führten
fromme Hauensteiner das noch vorhandene Postament der Skulptur einer angemessenen
Zweitverwendung zu, indem sie darauf im ‚Jubiläumsjahr‘ ein Flurkreuz errichteten. Wer diese
frommen Hauensteiner waren, ist nicht bekannt. Unwahrscheinlich erscheint die Vermutung
August Seibels, dass es sich beim Stifter des Kreuzes um den Bahnwärter Franz Ludwig Seibel
handelt. Dieser fromme Mann stiftete zwar mehrere Kreuze in Hauenstein (Nr. 07; Nr. 10; Nr.
12), doch konzentriert sich seine Tätigkeit auf die Jahre vor seinem Tod 1913.
07 Alte Röder/Manchenpfad
Das Kreuz ist aus heimischem Sandstein gefertigt und trägt keinen Corpus. Es ruht auf einem
tischartigen Postament aus dem gleichen Material. Das Monument erreicht eine Gesamthöhe
von 350 cm.
Seine einzigen Zierelemente befinden sich auf dem Postament. Unterhalb der Mensa verläuft
rundum ein Zahnschnittfries. Auf der Schauseite befindet sich ein reliefiertes Zierband, das
stilisiertes Flechtwerk darstellt und durch ein quaderförmiges Element an seinem Scheitel in
zwei Hälften gegliedert wird. Dieses Band dient als Rahmung eines Inschriftenfeldes, dessen
Ecken viertelkreisförmig nach innen gezogen sind. Die Inschrift ist in einer Frakturtype des
19./20.Jh. sorgfältig geschrieben und ohne Schwierigkeiten lesbar. Lediglich die letzte Zeile
mit der Angabe der Bibelstelle weist stärkere Verwitterungsspuren auf, der Text ist jedoch noch
zu entziffern. Die Inschrift lautet:
Christus ist
mein Leben
und Sterben
ist
mein Gewinn
Phil(ipper). 1.21
Laut August Seibel geht die Errichtung dieses Kreuzes auf die Initiative des Bahnwärters Franz
Ludwig Seibel zurück, der neben diesem noch zwei weitere Kreuze in Hauenstein aufrichten
ließ (Nr. 10 und 12). Über den eifrigen Stifter, der im Jahr 1913 verstorben ist, berichtet August
Seibel das Folgende: „Wie mir ältere Leute sagten, war er ein frommer Mann, der fast täglich
die heilige Messe besucht habe. Er soll in den letzten Jahren seines Lebens als alleinstehender
Witwer alles, was er von seiner Pension als Bahnwärter sparen konnte, für die Stiftung von
Feldkreuzen verwendet haben.“73 Aufgrund dieser Angabe datierte Eugen Klein die
Entstehungszeit dieses Flurkreuzes, das keine Jahreszahl trägt, auf den Zeitraum zwischen 1905
und 1910. Diese Vermutung lässt sich paläographisch und typologisch untermauern: So weist
die Schrift, in der die Inschrift geschrieben ist, deutlich in das frühe 20 Jh. und die Art, in der
das Postament des Denkmals künstlerisch gestaltet ist, zeigt große Ähnlichkeiten mit der des
Kreuzes an der Vogelhege, das mit Sicherheit auf das Jahr 1916 datiert werden kann (siehe Nr.
08). Diese Ähnlichkeiten sind sogar so auffallend, dass sich in Erwägung ziehen lässt, ob nicht
das Kreuz am Manchenpfad in der gleichen Werkstatt geschaffen wurde, nämlich in der
Herrmann Seibels. Auch zu den Postamenten der Kreuze unterhalb des Burghalders (Nr. 13)
und in der Backelsteinstraße (Nr. 16) besteht eine gewisse Ähnlichkeit.
Der Standort des Kreuzes erscheint heute etwas abgelegen, in früherer Zeit jedoch lag es an
einem durchaus belebten Verkehrsweg. Dazu berichtet Eugen Klein: „Das Kreuz steht seit jeher
an gleicher Stelle in der Feldgemarkung ‚Alte Röder‘. Von dort aus führte der Fußweg über das
Wiesenthal in der ‚Steinbach‘ weiter nach Spirkelbach. Die Wegstrecke in Richtung Hauenstein
ist als ‚Manchenpfad‘ bekannt. Früher wurde dieser schmale Feldweg täglich auch von Leuten
aus Spirkelbach benutzt, die in den Hauensteiner Schuhfabriken zur Arbeit gingen. Heute ist
der Weg nicht mehr vorhanden, weil kein Bedarf mehr besteht.“ Dieser Weg hatte ungefähr
den gleichen Verlauf wie der in der Pfarrbeschreibung von 1747 erwähnte, an dessen Rand das
älteste Hauensteiner Flurkreuz stand, von dem wir wissen.
08 An der Vogelhege
Das Monument, das eine Gesamthöhe von 365 cm erreicht, besteht aus Kreuz und tischartigem
Postament, beide aus rotem Sandstein. Der Christuskorpus ist aus einem helleren Sandstein
gefertigt.
Das Postament trägt zwei Inschriften, eine auf der Schauseite, eine auf der Rückseite. Beide
sind in einer Frakturtype sorgfältig geschrieben und gut lesbar. Die Inschrift der Schauseite
steht in einem eingetieften Inschriftenfeld mit viertelkreisartig nach innen gewölbten Ecken
und ist ohne weiteres sehr gut lesbar. Sie lautet:
Jesus Christus
ist für uns gehorsam
geworden bis zum Tode
Ja bis zum Tode
am Kreuze. Phil(ipper). 2.8.
Die Inschrift der Rückseite ist ohne zierende Elemente auf dem Stein angebracht und befindet
sich ebenfalls in einem sehr guten Erhaltungszustand. Sie ist vom kleinen Parkplatz hinter dem
Monument lesbar, aufgrund der dichten Bepflanzung ist dies jedoch je nach Jahreszeit besser
oder schlechter möglich. Diese Inschrift lautet:
Errichtet
zur
Ehre Gottes
Obwohl das Denkmal keinerlei Hinweis auf das Jahr und den Anlass seiner Entstehung oder
die Identität seiner Stifter aufweist, stellt August Seibel dazu mit großer Bestimmtheit fest:
„Alter des Dankkreuzes 52 Jahre. Stifter sind die Eheleute Jakob Feith und Helene, geb.
Seibel.“74 In den meisten anderen Fällen konnte der damalige Leiter der Gemeindeverwaltung
nur mutmaßen und schätzen, welches Kreuz wann und von wem errichtet worden war, hier aber
wusste er es genau, denn August Seibel war der Ehemann der Anna Seibel, geborene Feith,
einer Tochter des Stifterehepaares. Laut Eugen Klein wurde das Kreuz an der Vogelhege von
dem Hauensteiner Steinmetz Herrmann Seibel geschaffen, aus dessen Werkstatt
möglicherweise auch das Kreuz am Manchenpfad (Nr. 07) stammt, während die Christusfigur
das Werk eines unbekannten Bildhauers ist.
Zur weiteren Geschichte weiß Eugen Klein, der nicht weit davon sein Wohnhaus hatte, das
Folgende zu berichten: „Ursprünglich stand das Flurkreuz im freien Feld am Wegeabgang zur
Gewanne ‚Thaläcker‘. Es war bis lange nach dem Zweiten Weltkrieg von einem kleinen
hölzernen Zaun umgeben, der jedoch verrottete. 1995, beim Bau der Straße ‚An der Vogelhege‘
erhielt das Kreuz seinen jetzigen Platz, in einer kleinen Anlage neben dem dortigen Parkplatz,
auf gemeindeeigenem Gelände. Noch als es am alten Platze stand, wurde es bei einem heftigen
Sturmwind von Baumästen vom Sockel gestoßen. Bei diesem Unglück im Jahre 1984 wurde
auch der Korpus stark beschädigt. Dankend sei erwähnt, dass der Steinmetz Guster aus Clausen
das stark beschädigte Kreuz kostenlos reparierte. Die Arbeit war im Sommer 1985 fertig. Mit
freiwilligen Spenden der Bewohner in dem angrenzenden Gebiet konnte auch die kleine Anlage
bei dem Flurdenkmal neu bepflanzt werden.“
09 Am Schellenjockel
Wer schon einmal im Hauensteiner Wald unterwegs war, wird vielleicht bemerkt haben, dass
dort einige Wegweiser mit der Angabe ‚Ankerskreuz‘ zu finden sind. Diese Angabe bezieht
sich auf das Wegekreuz, das am südlichen Ortsausgang Richtung Schwanheim und Lug seinen
Platz hat und im Dorf seit jeher unter diesem Namen bekannt ist. Es stellt eines der
interessantesten Flurdenkmale im Ort dar.
Heute hat dieses Kreuz seinen Standort direkt an der Einmündung der Stichstraße ‚Am
Schellenjockel‘ in die Weißenburger Straße. Dort steht es in einer kleinen Anlage auf einem
gemauerten, mit Sandsteinplatten verkleideten Podest. Der Ort seiner ursprünglichen
Aufstellung befindet sich genau gegenüber am Waldrand, an der Stelle wo die Straße ‚Am
Weimersberg‘ auf die Weißenburger Straße trifft und der Waldweg abgeht, der zum
Kreuzfelsen führt. Dort stand das Kreuz bis zum Bau des Wasserhochbehälters am
Weimersberg im Jahr 1954. Weil es den Bauarbeiten hinderlich war, wurde es damals abgebaut,
anschließend restauriert und zwei Jahre später, im Juli 1956, an seinem jetzigen Standort wieder
aufgestellt.
Das Monument besteht aus einem schlichten lateinischen Kreuz mit Korpus auf einem
tischartigen Postament und erreicht eine Gesamthöhe von 270 cm. Die Schauseite des Kreuzes
wurde so bearbeitet, dass eine unregelmäßige Struktur mit grober Optik und Haptik entsteht,
während die Seiten und der Rücken geglättet sind. Das Postament gliedert sich in drei Teile.
Der untere beschreibt eine annähernd quadratische Bodenplatte, die von drei
hintereinanderliegenden Schwellen aus rötlichem Sandstein gebildet wird. In der Mitte findet
sich ein würfelförmiger Block aus dem typischen roten Sandstein der Gegend, der gegenüber
der Basis etwas zurückspringt. Der obere Teil, die aus zwei quaderförmigen Sandsteinplatten
bestehende Mensa, kragt wieder etwas aus, ohne jedoch die Ausmaße der Basis zu erreichen.
Kreuz, Mensa und Basis bestehen aus einem helleren Sandstein als der Mittelblock, da diese
Bestandteile des Monuments bei der Restaurierung 1954 bis 1956 erneuert wurden.75 Der
Mittelblock hingegen stammt noch vom originalen Monument und stellt daher den ältesten
Bestandteil des heute zu sehenden Ankerskreuzes dar. Sein guter Erhaltungszustand erklärt sich
daraus, dass er bis zur Umlegung des Kreuzes im Erdreich verborgen und daher geschützt war.76
Jüngster Bestandteil des Monuments ist der Christuskorpus aus hellem Sandstein mit weißem
Anstrich, der, wie der Gewährsmann August Seibel berichtet, im Jahr 1967 angebracht wurde.77
Der Mittelblock des Postaments trägt auf seiner Schauseite eine Inschrift. Diese wird von einem
leicht eingetieften Feld, dessen Ecken viertelkreisartig nach innen gewölbt sind, umrahmt und
lautet wie folgt:
Hir hab
ich das Kri
tz gemacht
ohne Ler u
ngetacht
Die Inschrift ist in einer Capitalis, einer Großbuchstabenschrift, ausgeführt und zeigt ein sehr
gleichmäßiges Schriftbild. Die einzelnen Wörter werden durch rautenförmige Elemente
voneinander abgetrennt, die zugleich die Lesbarkeit des Textes erleichtern und die Funktion
eines Dekors übernehmen. Der Sorgfalt, mit der die Inschrift augenscheinlich eingehauen
wurde, entspricht nicht, dass das N des Wortes ungetacht offenbar nachträglich eingefügt
wurde. Es befindet sich am linken unteren Rand der Inschrift, vor dem Beginn der fünften Zeile
und ist in etwa halber Größe der übrigen Buchstaben dort ergänzt, wo es die bereits
vorhandenen Textteile und die Einwölbung des Inschriftenfeldes zuließen.78 Eine weitere
graphische Auffälligkeit bietet der Buchstabe Z des Wortes Kritz am Beginn der dritten Zeile,
der spiegelverkehrt geschrieben wurde. Die Worte hir und Ler wurden abweichend von der
heute üblichen Schreibung hier und Lehr(e) ohne e bzw. h als Zeichen der Vokaldehnung
geschrieben.
Das Vokabular der Inschrift weist zwei interessante Wörter auf. Bei der Lautung Kritz für Kreuz
handelt es sich um eine dialektale Form, die nach Ausweis des Pfälzischen Wörterbuches seine
Heimat im äußersten Südwesten des pfälzischen Sprachraumes, im Bliesgau im heutigen
Saarland hat.79 Sofern diese Form zur Zeit der Abfassung der Inschrift nicht auch im Areal um
Hauenstein gebräuchlich war, könnte sie einen Hinweis auf die Herkunft des Stifters bieten, der
dann ein Zuwanderer aus jener Gegend gewesen sein könnte. Eine zweite interessante Vokabel
ist das Adjektiv ungetacht in der letzten Zeile. Das Wort ist offenbar von denken abgeleitet und
hat hier die Bedeutung ‚ohne vorhergehende Planung‘ oder ‚aus dem Stegreif‘. Im Deutschen
Wörterbuch der Brüder Grimm finden sich für diese Bedeutung lediglich zwei Belege und diese
stammen aus dem 16. Jh., also aus frühneuhochdeutscher Zeit.80 Da das Ankerskreuz
keinesfalls aus dieser Zeit stammt, wird hier der Dialekt im Hintergrund stehen, in dem zu jener
Zeit ungedacht noch eine gebräuchliche Vokabel war – im Hauensteiner Mund wohl eher in
der Form u(n)gedenkt.81
Von einer weiteren Inschrift, die heute nicht mehr vorhanden ist, berichtet Ludwig Kunz senior,
der das Kreuz bei seiner Umlegung beschrieb. Er gibt ihren Wortlaut wie folgt an: Simon
Schlick Dahn Ano 1805.82 August Seibel und Eugen Klein übernahmen diese Angabe in ihre
Kataloge, doch kann die Inschrift schon zu ihrer Zeit nicht mehr existiert haben. Der
Beschreibung von Ludwig Kunz zufolge war die Inschrift auf einem der vor der Umlegung
sichtbaren Teile des Kreuzes angebracht. Das heißt, sie muss auf dem Kreuz selbst oder seiner
Mensa (die damals Bodenplatte war) gestanden haben. Diese Teile wurden aber, wie bereits
erwähnt, bei der Renovierung zwischen 1954 und 1956 vollständig erneuert, weshalb mit dem
alten Trägermaterial auch die Inschrift verschwand. Aus diesem Grund können auch keine
näheren Aussagen über ihre Gestaltung gemacht werden, außer dass die von Kunz berichtete
Schreibung Ano eine Abkürzung von Anno darstellt.
Wer der genannte Simon Schlick war und in welcher Beziehung er als Dahner Bürger zu
Hauenstein und dem Ankerskreuz stand, konnte bisher nicht geklärt werden. Dass er der Stifter
des Kreuzes ist, kann nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden, scheint aber nicht
wahrscheinlich. Seibel und Klein halten ihn für den Urheber einer nicht näher bestimmten
„Veränderung“ an dem Monument, was wohl am ehesten zutreffen dürfte. Vielleicht geht auf
seine Initiative die Zuschüttung des Postaments zurück.
Es gibt kein Dokument, das zweifelsfrei belegen würde, wer das Ankerskreuz errichten ließ,
doch vermutete schon Ludwig Kunz, der Name, der offenbar eine Zusammenziehung aus
‚Ankers Kreuz’ darstellt (so geschrieben findet sich der Name auf dem hölzernen Wegweiser
am Waldweg gegenüber), berge einen Hinweis auf den Stifter. Tatsächlich konnte er in den
Akten der Gemeinde einen Andreas Anker ausmachen, der erstmals im Jahr 1780 als „Feldund
Waldhüter“ in Hauenstein nachweisbar ist. Eugen Klein verfolgte diese Spur eingehender
und konnte Folgendes zur betreffenden Person ermitteln: „In den Beurkundungen in den
Kirchenbüchern der kath[olischen] Pfarrei Hauenstein ist ein Georg Andreas Ancker genannt,
der zuerst mit Anna Maria Wappner und nach deren Tod in zweiter Ehe (1787) mit Maria
Agatha Simon83 verheiratet war. Der Ehemann ist in den Urkunden als Waldenburgischer Jäger,
Subprätor, Probst und Schöffe bezeichnet. Er hatte aus seinen beiden Ehen zahlreiche
Nachkommen. Im Jahr 1869 ist hier eine Frau Franziska Kerner geborene Anker verstorben;
später taucht der Familienname hier nicht mehr auf. Ob die Stiftung auf den genannten Georg
Andreas Anker [sic] zurückgeht, ist zwar möglich, jedoch nicht erwiesen.“
Bei aller gebotenen Vorsicht wird man dennoch soweit gehen dürfen, in jenem Georg Andreas
An(c)ker – die Schreibweise scheint zu variieren – den wahrscheinlichen Stifter des Kreuzes
zu erblicken. Dafür spricht zunächst die zeitliche Stellung: Mit ihm als Stifter müsste das
Ankerskreuz gegen Ende des 18. Jh., frühestens 1780, errichtet worden sein. Die Inschrift liefert
einen Hinweis darauf, dass dies der Fall gewesen sein kann. Wie erwähnt, wurde darin das Wort
hier als hir geschrieben. Liselotte von der Pfalz, die Schwägerin König Ludwigs XIV. von
Frankreich, die im Jahr 1722 starb, verwendete in ihren zahlreichen deutschen Briefen stets
diese Schreibung, sodass wir schließen dürfen, diese sei im 18. Jh. nicht ungebräuchlich
gewesen. In erster Linie aber spricht für Georg Andreas Anker als Stifter dessen Stellung in der
damaligen Hauensteiner Dorfgemeinschaft, die sich anhand der von ihm bekleideten Ämter
ungefähr nachvollziehen lässt. Er übte für die aus Westfalen stammenden Freiherren von
Waldenburg, die seit den 1640er Jahren in der Region begütert waren (1641 hatte Gerhard von
Waldenburg das Amt Berwartstein, 1642 auch die Burg Grafendahn erworben) und in
Hauenstein über ein Viertel der Herrschaftsrechte und die Bewohner auf dem linken Ufer der
Queich geboten, verschiedene herrschaftliche Funktionen aus: Als Jäger wahrte er die
Weidrechte des Grundherren, als Subprätor fungierte er wohl als Stellvertreter des speyerischen
Schultheißen (die übrigen drei Viertel der Herrschaft standen dem Fürstbischof von Speyer zu),
als Probst führte er die Aufsicht über die Waldenburgischen Besitzungen und Einkünfte im Ort,
als Schöffe gehörte er dem Dorfgericht an.84 Im Kontext der damaligen Verhältnisse handelte
es sich also um ein herausgehobenes Mitglied der Dorfgemeinschaft, das nicht zuletzt aufgrund
seiner Ämter wohl auch in relativem Wohlstand lebte. Zu einem Stifter aus der lokalen
‚Oberschicht‘ (man darf sich unter diesem Begriff im Zusammenhang mit der Gesellschaft
eines weder sehr großen noch sehr reichen Walddorfes, wie Hauenstein bis zum Aufkommen
der Schuhindustrie eines war, nicht zu viel vorstellen) passt wiederum die Botschaft, die das
Denkmal vermitteln soll.
Diese Botschaft erschließt sich von der Inschrift aus, die nun noch einmal näher zu betrachten
ist. Im Unterschied zur Mehrzahl der Inschriften der Hauensteiner Flurkreuze gibt die des
Ankerskreuzes weder ein Zitat aus der Bibel wieder noch ruft sie das Erbarmen Gottes an.
Stattdessen bietet sie ein offenbar eigens ersonnenes kleines Gedicht in Trochäen (ein
zweisilbiger Versfuß, bei dem auf eine betonte Silbe eine unbetonte folgt), das wie folgt in
Verse eingeteilt werden kann: Híer hab ích das Krítz gemácht / óhne Lér / úngetácht.
Selbstbewusst spricht darin ein Ich von seiner frommen Tat, die es mit der Errichtung des
Kreuzes vollbracht hat. Es ist deutlich erkennbar, dass die Absicht des Textes darin besteht, den
Eindruck zu vermitteln, der Stifter habe das Monument aus einem spontanen Impuls heraus an
Ort und Stelle und nur mit den gerade zur Verfügung stehenden Mitteln selbst geschaffen und
aufgestellt. Das mag man fast glauben, denn die Unbeholfenheit des Gedichtes, dessen Verse
nicht gleich gebaut sind, scheint der einfachen Gestaltung seines Trägers voll zu entsprechen.
Bei genauerem Hinsehen ist jedoch zu bemerken, dass es sich bei dem Szenario, das die
Inschrift zu suggerieren versucht, um eine Fiktion handelt. Das lässt sich bereits daran ersehen,
dass es sich bei der Inschrift, die „ohne Ler ungetacht“ entstanden sein will, um ein Gedicht
handelt. Mag es auch ein wenig holpern, um dieses Gedicht zu ersinnen, brauchte es zumindest
Grundkenntnisse des Versbaus und ein wenig Überlegung. Noch deutlicher zeigt sich dies an
der handwerklichen Ausführung der Inschrift als Text auf Stein. Sieht man von dem
vergessenen N und dem spiegelverkehrten Z einmal ab, so zeigt sich, dass die Inschrift mit
großer Sorgfalt angefertigt wurde: Nicht nur sind die Buchstaben sehr sauber eingehauen und
alle Wörter durch dekorative Worttrenner voneinander abgesetzt, die selbst dann nicht fehlen,
wenn die Zeile mit einem neuen Wort beginnt (Zeile 4) bzw. der Text zu Ende ist (Zeile 5); es
ist auch deutlich zu erkennen, dass die Größe der Buchstaben so gewählt wurde, dass sie die
Fläche des Inschriftenfeldes zur Gänze ausfüllen, und dadurch die graphische Gestalt des
Textes selbst zum Schmuck des Monuments beiträgt. Auch wurde die Verteilung der Wörter
auf Zeilen so vorgenommen, dass der Reim gemacht – getacht und somit der lyrische Charakter
des Textes sichtbar wird. Die Inschrift muss also von einem Werkmeister konzipiert und
eingehauen worden sein, der durchaus Erfahrung mitbrachte.
Dass die Inschrift die Wahrnehmung des Monuments in eine bestimmte Richtung lenken will,
zeigt sich schließlich auch am Kreuz selbst (sofern es auch nach seiner Erneuerung noch die
Gestaltungsmerkmale des Originals bewahrt). Wie bereits erwähnt, wurde seine Schauseite mit
einem Werkzeug so bearbeitet, dass es eine unregelmäßige Oberfläche und dadurch einen
besonders ‚rohen‘ Charakter erhält. Dieser soll den Eindruck erwecken, der Stein sei gar nicht
bearbeitet worden, sondern so, wie man ihn vorfand, zur Fertigung des Kreuzes verwendet
worden. Aber dieser Eindruck erweist sich bei näherem Hinsehen eben doch als das Ergebnis
handwerklicher Arbeit. Zudem ist es nur die Schauseite, die in dieser Weise bearbeitet wurde.
Wer vor dem Monument steht, sollte direkt sehen können, was die Inschrift darüber aussagt.
Hier zeigt sich in aller Deutlichkeit, dass die künstlerische Anspruchslosigkeit, die die Inschrift
für das Monument behauptet, in Wirklichkeit eine absichtsvolle Kunstlosigkeit ist, die einem
bestimmten Zweck dient, nämlich der Selbstdarstellung des Stifters.
Die Setzung von Denkmälern zur Verherrlichung des eigenen Selbst ist ein wohlbekanntes
historisches Phänomen. Wäre das Ankerskreuz von einem Angehörigen einer urbanen oder
überregionalen Elite errichtet worden, so würde sich die Strategie der Selbstdarstellung nun in
folgender Weise gestalten: Die Inschrift verwiese in tadellosen Versen auf die Großartigkeit
des Kreuzes als Kunstgegenstand, das entsprechend in aufwendiger Weise gestaltet wäre, um
so, verdichtet in der physischen Präsenz des Monuments, neben der Frömmigkeit des Stifters
vor allem dessen umfassende kulturelle und ökonomische Potenz zu verdeutlichen. Im Falle
des Ankerskreuzes aber läuft die Strategie in die entgegengesetzte Richtung, was freilich den
begrenzten Ressourcen einer dörflichen Elite entspricht. Das Kreuz ist nicht prachtvoll, es ist
ostentativ einfach gearbeitet und so verweist die Inschrift konsequenterweise auch nicht auf
seine glänzende Herrlichkeit, sondern auf seine bescheidene Natur: Ohne vorherige Überlegung
und nur mit den gerade zur Verfügung stehenden Mitteln will es vom Stifter eigenhändig
hergestellt worden sein, als er am Ort von einer spontanen religiösen Regung ergriffen wurde.
Als Methode der Selbstdarstellung zielt diese Fiktion nicht auf die Zurschaustellung der
kulturellen und finanziellen Ressourcen des Stifters, sondern rückt in besonderer Weise dessen
Religiosität in den Mittelpunkt: Dem unversehens sich einstellenden, frommen Impuls
nachzugeben und sofort das Kreuz zu setzen, so die Botschaft, sei dem Stifter wichtiger
gewesen, als dieses besonders kunstvoll zu gestalten. Der Zweck der Inschrift des
Ankerskreuzes besteht also darin, den Stifter als Person auszuweisen, die von tiefem Glauben
und einer besonders stark empfundenen Frömmigkeit geprägt ist; Eigenschaften, die für die
Bewohner eines Walddorfes sicherlich größeren Wert besaßen als intellektuelle Kultiviertheit
oder die demonstrative Zurschaustellung von Reichtum und daher besonders zur Eloge des
eigenen Selbst geeignet waren.
Der dörfliche Kontext könnte schließlich auch erklären, weshalb der Stifter nicht auch seinen
Namen auf dem Denkmal verewigte. Bei der vergleichsweise geringen Anzahl an Bewohnern
im damaligen Hauenstein dürfte wohl ohnehin jedem klar gewesen sein, wer dort am Fuße des
Weimersberges ein Kreuz errichten ließ. Und so kommt es wohl, dass wir es noch heute ‚Ankers
Kreuz‘ nennen.
10 Weißenburger Straße
Das Denkmal ist aus Sandstein gefertigt und erreicht eine Gesamthöhe von 310 cm. Es wird
von einer kleinen, ebenfalls aus Sandstein gemauerten Nische umgeben. Sein heutiger Standort
entspricht dem ursprünglichen Ort seiner Aufstellung. Das tischartige Postament mit
auskragender Mensa auf profiliertem Gesims zeigt einen ähnlichen Typ wie das der
Monumente in der Backelsteinstraße und unterhalb des Burghalders. Es trägt folgende Inschrift:
Gelobt
sei Jesus
Christus
Sie befindet sich in einem eingetieften Feld, dessen doppelte Umrahmung in den Ecken
viertelkreisförmig nach innen gezogen ist, und wurde in einer sehr schönen Fraktur des 19./20.
Jh. ausgeführt. Wie noch gut zu erkennen ist, war die Schrift einst mit schwarzer Farbe
nachgezogen. In ihrem unteren Drittel ist die Inschrift durch Feuchtigkeit etwas angegriffen,
aber ohne weiteres sehr gut lesbar.
Als Stifter des Kreuzes ist der bereits mehrfache genannte Bahnwärter Seibel überliefert, der
auch die Kreuze am Manchenpfad (Nr. 07) und in der Backelsteinstraße (Nr. 12) errichten ließ.
Das Kreuz kann daher auf die Zeit um 1910 datiert werden.
Bereits im Jahr 1932, so berichtet Eugen Klein, war der Schaft des Kreuzes so stark beschädigt,
dass er durch Steinmetz Josef Kämmerer aus Lug erneuert werden musste. Auch der
ursprüngliche Christuskorpus musste zu einem nicht näher bestimmten Zeitpunkt zwischen
1968 und 2016 offenbar ersetzt werden, denn während August Seibel einen „Korpus aus Stein,
gestrichen“85 verzeichnet, fand Eugen Klein bereits den heute noch vorhandenen, aus Metall
gegossenen Christus vor.
11 Alte Kirche
Das Kreuz vor der Alten Kirche erreicht mit 380 cm eine stattliche Höhe. Kreuz und Postament
bestehen aus rotem Sandstein. Der Christus misst 120 cm in der Höhe und ist aus Metall
gefertigt. Seine Bestandteile sind farbig gefasst: Der Lendenschurz in einem Olivton, die
Dornenkrone in dunklem Grün, der Körper selbst ist blass hautfarben. Das einst vorhandene
Spruchband über dem Gekreuzigten mit der Abkürzung INRI (Iesus Nazarenus Rex Iudaeorum
– ‚Jesus der Nazarener, König der Juden‘), das auf älteren Bildern noch zu sehen ist, ist heute
verschwunden.
In die Schauseite des Postaments ist eine Tafel aus Marmor eingelegt, die die folgende Inschrift
trägt:
O, ihr alle, die ihr vorübergehet,
habet acht!
Sehet, ob ein Schmerz ist –
gleich meinem Schmerze.
Errichtet von der Familie
Ritter
1903
Das hervorstechendste Merkmal der Inschrift ist sicherlich ihre Type. Es handelt sich dabei um
eine gebrochene Schrift, die besonders ornamentale Formen anstrebt und der Bastarda merklich
näher steht als der zu Beginn des 20. Jh. in Deutschland üblichen Fraktur. Die Buchstaben sind
mit schwarzer Farbe nachgezogen. Schwierig zu interpretieren ist die Funktion des Querstriches
nach dem Wort ist in der dritten Zeile. Der Hinweis auf die Stifterfamilie wird durch einen
weiteren Querstrich abgesetzt, der eine eigene Zeile einnimmt. Die gewählte Bibelstelle aus
dem Buch Jeremia stellt im Hauensteiner Kontext eine Bezugnahme auf die Inschrift des
Kreuzes an der Katharinenkapelle (Nr. 05) dar, erscheint aber generell recht häufig auf
Flurkreuzen in der erweiterten Region.86
Die Inschrift hat aber auch einen ganz spezifischen, auf das Monument abgestimmten Sinn, der
sich durch die Geschichte erschließt, die zu seiner Aufstellung führte: Der Stammvater des
stiftenden Familienverbandes war Joseph Ritter, geboren am 16. Mai 1833 in Ramberg. Um
1860 erhielt er eine Anstellung als Lehrer in Schwanheim. Zudem spielte er dort sowie in Lug
die Kirchenorgel und war später auch für einige Jahre als Gemeindeschreiber in Hauenstein
tätig. Im Jahr 1861 heiratete er die Hauensteinerin Cäcilia Seibel. 1863 zogen die Eheleute
Ritter, die inzwischen eine erste Tochter bekommen hatten, nach Hauenstein, wo sie das vor
einigen Jahren erst abgetragene Haus am Marktplatz bewohnten, an dessen Stelle heute der
Bernd-Hecktor-Platz liegt. Zu seinem Dienst als Organist in den Nachbargemeinden gelangte
Joseph Ritter für gewöhnlich zu Fuß. Dabei zog er sich im Winter 1876 eine Lungenentzündung
zu, musste pensioniert werden und starb schließlich 1877 im Alter von gerade 44 Jahren. Für
seine Witwe Cäcilia und die sechs gemeinsamen Kinder begann damit eine schwere Zeit, denn
die karge Pension des Verstorbenen reichte zum Leben kaum aus. Die Not sollte noch schwerer
werden, als einige Jahre darauf ein Teil ihres Wohnhauses durch ein Feuer zerstört wurde und
das Geld zum Wiederaufbau fehlte. In dieser Situation entschloss sich Franz Seibel, der Bruder
von Cäcilia Ritter, der bis dahin mit im Hause seiner Schwester gewohnt und als Leinenweber
sein Geld verdient hatte, seine Verwandten zu unterstürzen, indem er – wie viele Hauensteiner
in dieser Zeit – in die Fremde zog. Auf einem Gutshof in Frankreich fand er eine Anstellung
und kehrte nach einigen Jahren wieder nach Hauenstein zurück. Mit dem Geld, das er angespart
hatte, konnte das Haus der Familie Ritter wiederhergestellt werden.87
In Gedenken an diese schwere Notzeit stifteten Cäcilia Ritter und ihre Kinder, die inzwischen
selbst Familien gegründet hatten, 1903 das Kreuz vor der Bartholomäuskirche. Seitdem musste
es bereits zweimal umfassend restauriert werden, zuerst 1993, im Jahr des 90. Jubiläums seiner
Errichtung, und noch einmal im Jahr 2005.
12 Backelsteinstraße
Das Flurkreuz in der Backelsteinstraße besteht aus heimischem Sandstein und steht auf einem
tischartigen Postament aus dem gleichen Material. Die Gesamthöhe beläuft sich auf 280 cm.
Der Christuskorpus besteht aus Metall und ist mit weißer Farbe gestrichen, die jedoch an vielen
Stellen bereits abblättert.
Die Schauseite der Basis zeigt ein in den Sandstein eingetieftes Inschriftenfeld, dessen Ecken
viertelkreisförmig nach innen gezogen sind. In diesem Feld steht folgende Inschrift:
Jesu C<h>riste
für uns am
Kreuz gestorbe(n)
durch seine heilige(n)
fünf Wunden
erbarme d(ich) unser
Die Inschrift ist in sorgfältig gearbeiteten Lettern in Fraktur geschrieben und mit schwarzer
Farbe nachgezogen. Ihre obere Hälfte ist ohne weiteres zu lesen, die untere Hälfte und der
rechte Rand zeigen deutliche Verwitterungsspuren. In diesem Bereich ist auch die schwarze
Farbe weitgehend verschwunden. Es fällt auf, dass im Namen Christi der Buchstabe h fehlt.
Das W in dem Wort Wunden (Zeile 5) ist als doppelte Versalie U ausgeführt. Das auffallende
Fehlen von auslautendem n in gestorbe (Zeile 3) und heilige (Zeile 4) spiegelt wohl nicht
dialektale Sprachformen, sondern erklärt sich als Auslassung von Selbstverständlichem am
Zeilenende. Dafür spricht auch die Abkürzung von dich durch bloßes d in der letzten Zeile.
August Seibel zufolge wurde dieses Kreuz, wie auch die am Manchenpfad (Nr. 07) und in der
Weißenburger Straße (Nr. 10), von Franz Ludwig Seibel gestiftet. Die Entstehungszeit des
Denkmals ist daher in den Jahren um 1910 anzusetzen.
Auch dieses Hauensteiner Wegekreuz ist im Laufe seiner Geschichte gewandert. Der Ort seiner
ursprünglichen Aufstellung liegt weiter vorn in der Burgstraße, vor dem Anwesen Nr. 28, dem
ehemaligen Wohnhaus des Schuhfabrikanten Ludwig Hengen. Als dieser sein Haus errichten
ließ, wurde das Kreuz an seinen jetzigen Platz an der Gabelung der Burg- bzw.
Backelsteinstraße und des Burghalderweges versetzt, der im Volksmund auch als ‚Spiese-Eck‘
bezeichnet wird. Hier steht es seit 1955.
13 Unter dem Burghalder
Auch dieses Flurdenkmal, das etwas versteckt an dem Waldweg liegt, der die ‚Puppe‘ des
Burghalder umrundet, besteht aus einem tischartigen Postament und einem darauf ruhenden
Kruzifix. Beide sind aus heimischem Sandstein gefertigt und erreichen zusammen eine Höhe
von 325 cm. Der Christus besteht aus Metall und scheint einmal mehrfarbig gestrichen gewesen
zu sein, wie aus den Beschreibungen August Seibels und Eugen Kleins hervorgeht. Reste des
Anstriches sind noch erkennbar. Das ganze Monument befindet sich infolge von starker
Salpeterbildung in einem Zustand, der eine Restaurierung ratsam erscheinen lässt.
Das Postament zeigt in Form und Verzierung eine gewisse Ähnlichkeit mit den Postamenten
der Kreuze am Manchenpfad (Nr. 07) und an der Vogelhege (Nr. 08), wenngleich der
umlaufende Zahnschnittfries unter der Mensa hier nur angedeutet ist. Die Schauseite des
Postaments wird rechts und links von je einer Bändersäule in Hochrelief flankiert. Zwischen
diesen befindet sich ein eingetieftes Inschriftenfeld mit den für die Hauensteiner Flurkreuze
typischen nach innen gezogenen Viertelkreiselementen in den Ecken. Dort findet sich folgende,
nur noch schwer lesbare Inschrift:
Gekreuzigter
Herr Jesus
Erbarme dich
unser
Die Inschrift ist in sauber gearbeiteten, modernen Antiqua-Druckbuchstaben in gemischtem
Satz ausgeführt. Während die Anfangswörter der Zeilen 1 bis 3 groß geschrieben sind, ist unser
in Zeile 4 klein geschrieben. Die Inschrift zeigt noch Reste gelber Farbe, mit der sie
ursprünglich nachgezogen war. Eine weitere Inschrift befindet sich auf der Rückseite des
Postaments, die nur schwer zugänglich ist, da die Waldvegetation bis unmittelbar an das
Monument heranreicht. Diese Inschrift ist ohne jede Rahmung oder verzierende Elemente auf
der Basis angebracht und ebenfalls in einer Antiquatype ausgeführt. Sie lautet:
Errichtet zum Danke
für die Wiederkehr
aus dem Weltkrieg
von Jak(ob) Seibel
und Söhne
O(ktober? 19)22
Die Inschrift zeigt deutliche Spuren der Verwitterung und ist nur noch mit Schwierigkeiten zu
entziffern. Insbesondere die linke Seite sowie der untere Teil sind stark in Mitleidenschaft
gezogen und waren bei der Autopsie am 2. August 2022 mit Moos bewachsen. Der Name des
Stifters, dessen Vorname abgekürzt wurde, ist nur noch sehr schwer erkennbar. Vor der
ebenfalls abgekürzten Jahresangabe 22, die nur das Jahr 1922 bezeichnen kann, befindet sich
ein kreisförmiges Element von gleicher Höhe wie die Jahreszahl. Dieses ist sicherlich als
Versalie O anzusprechen. Da es sich auch hierbei ohne Zweifel um ein weiteres Element der
Datierungsangabe handeln muss, wird auch darin eine Abkürzung vorliegen. Wie diese
aufzulösen ist, ist unklar. Sowohl der Monatsname Oktober als auch das christliche Hochfest
Ostern kommen dafür infrage.
Die Stifter gehörten, den Angaben August Seibels und Eugen Kleins zufolge, der bereits damals
weitverzweigten Sippe der ‚Salzwöger‘ an. Neben diesem Kreuz ist mit dem Bildstöckel in der
Speyerstraße (siehe Nr. 15) ein weiteres Dankmonument für die glückliche Heimkehr aus dem
Ersten Weltkrieg bekannt. Hauenstein hatte im Krieg, der nicht zu Unrecht als ‚Urkatastrophe
des 20. Jahrhunderts‘ bezeichnet wurde, 47 Gefallene und Vermisste zu beklagen. Ihnen ist das
Kriegerdenkmal vor der Alten Kirche gewidmet, das 1932 der Öffentlichkeit übergeben
wurde.89 Auf den Ersten Weltkrieg geht auch das Gelöbnisfest zu Mariä Herzeleid zurück.
Dieses wurde als Dank dafür eingerichtet, dass der Ort von Kriegszerstörungen verschont blieb,
und wird von gläubigen Hauensteinern bis auf den heutigen Tag jedes Jahr am Sonntag nach
dem Gedenktag der sieben Schmerzen Mariens (15. September) mit einer Lichterprozession
zur Kapelle begangen.
14 Dahner Straße
Das Denkmal besteht aus einem tischartigen Postament aus heimischem Sandstein, darauf ein
Kreuz aus dem gleichen Material, dessen Enden in angedeuteten ‚Kleeblättern‘ auslaufen. Das
Monument erreicht eine Gesamthöhe von 270 cm.
Der Christuskorpus aus Metall muss eine spätere Hinzufügung zu dem Ensemble darstellen,
wie die am Kreuz deutlich erkennbaren Reliefs verraten: Am unteren Ende des Schaftes zwei
Füße, an den Kreuzarmen je eine Hand, in der Mitte, vom Kopf der Christusfigur etwas
verdeckt, die Dornenkrone. Diese Darstellungen weisen das Kreuz zweifelsfrei als sogenanntes
Fünfwundenkreuz aus. Dieser Kreuztypus kommt ohne Korpus aus, der Heiland wird
stattdessen durch die fünf heiligen Wunden repräsentiert: die von den Nägeln durchbohrten
Hände und Füße sowie das von der Lanze durchstochene Herz, das oft von der Dornenkrone
umgeben wird. In der Mühlstraße in Lug sowie vor der Kirche in Schwanheim finden sich
schöne Exemplare dieses Kreuztypus, die dessen charakteristische Merkmale sehr gut
bewahren. Auf dem Hauensteiner Exemplar ist das Herz Jesu verschwunden, wahrscheinlich
durch Verwitterung. Wann der Korpus hinzugefügt wurde, ist nicht zu sagen, doch wurde
offenbar mit ihm zusammen ein weiteres Band mit dem Titulus INRI hinzugefügt, das wie der
Gekreuzigte ebenfalls aus Metall besteht.
Die Schauseite des Postaments trägt eine Inschrift, die ohne Rahmung oder sonstige
Zierelemente auf den Stein aufgebracht wurde. Sie lautet:
Jesu Christe, für
uns am Kreuz
gestorben erbarme d(ich)
u(nser)
Ursprünglich war die Inschrift mit schwarzer Farbe nachgezogen, wovon sich Reste vor allem
in dem Wort Jesu erhalten haben. Besonders die dritte Zeile weist deutliche Spuren der
Verwitterung auf, der Text ist insgesamt jedoch gut leserlich. Nur schwer zu erkennen ist am
unteren rechten Rand des Steines, direkt unterhalb des d in der dritten Zeile, die Letter u gefolgt
von einem Punkt. Letzterer zeigt an, dass es sich bei dem u um eine Abkürzung handelt, die
ohne Zweifel als unser aufzulösen ist. Die Wörter der dritten Zeile sind ohne erkennbare
Abstände zueinander geschrieben. Bemerkenswert ist auch, dass hier ein Komma den Vokativ
Jesu Christe von der Bitte um Erbarmen trennt. In vergleichbaren Inschriften Hauensteiner
Flurkreuze fehlt dieses.
Wer das Denkmal gestiftet hat, ist nicht bekannt. Auch der Zeitpunkt der Errichtung ist nicht
mit Gewissheit zu bestimmen. August Seibel und Eugen Klein vermuteten eine Aufstellung im
Zeitraum zwischen 1870 und 1890. Einen Anhaltspunkt für das Alter des Monuments bietet die
Paläographie der Inschrift, also die Untersuchung der verwendeten Schriftart: Es handelt sich
um eine gebrochene Schrift, die ihrer Ausführung nach derjenigen der Inschrift des Kreuzes in
der Pirminiusstraße (Nr. 01) am nächsten steht. Dies würde eine deutliche frühere Datierung
nahelegen, etwa in die Mitte des 19. Jh. nahelegen. In die Zeit ab der zweiten Hälfte des dieses
Jahrhunderts weist auch die Form des Postaments.
Sicher ist, dass das Kreuz nicht schon immer an der jetzigen Stelle stand. Wie Eugen Klein
mitteilt, befand sich der Ort seiner ersten Aufstellung weiter dorfeinwärts. 1955 wurde es
infolge der zunehmenden Bebauung der Dahner Straße an seinen jetzigen Standort versetzt.
Das Kreuz steht als nur eines von zweien in Hauenstein unter Denkmalschutz und wurde im
Jahr 2011 im Auftrag der Ortsgemeinde durch den hiesigen Steinmetz Matthias Bomm
restauriert.
Den Lageplan der Flurkreuze in Hauenstein finden Sie HIER



